Wenn man eine Webseite mit Joomla 1.5. mehrsprachig umsetzen will, dann wird man nach kurzer Suche bei Joomfish landen. Diese Erweiterung habe ich bereits für mehrere Webseiten genutzt und es erfüllt seinen Zweck eigentlich ganz gut. Allerdings nur, wenn die anderen Erweiterungen die man einsetzen will/muss, so gemacht sind, dass sie mit Joomfish zusammenarbeiten.
Nun bin ich natürlich immer daran interessiert neue Erweiterungen zu testen und verfolge auch die einschlägigen Medien, was sich diesbezüglich so tut in der Joomla Welt. So bin ich dann vor gut eineinhalb Jahren auch auf Nooku Content gestoßen. Es basiert auf dem Nooku Framework, einer sehr leistungsfähigen Basis für die Programmierung von Joomla Erweiterungen und wurde, genau wie das Nooku Framework, von Johan Janssens zum Leben erweckt.
Da Nooku Content eine kommerzielle GNU/GPL Erweiterung ist und auch nicht für kleines Geld zu haben ist, musste ich auf ein passendes Projekt warten, bei dem auch das Budget vorhanden war. Mitte 2010 war es dann soweit, das Projekt stand und die Entscheidung fiel auf Nooku Content.
Nachdem die Formalitäten mit Johan geklärt waren, habe ich die aktuellste Version der Erweiterung erhalten. Nooku Content besteht aus der Komponente, zwei Modulen und drei Plugins. Darüber hinaus wird natürlich noch das Plugin für das Nooku Framework benötigt, welches kostenfrei verfügbar ist.
Die Installation verlief ohne Probleme, so dass ich gleich loslegen konnte. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit habe ich mich im System recht schnell zurecht gefunden. Zuerst müssen die Sprachen festgelegt werden, in denen die Inhalte der Webseite später verfügbar sein sollen. Hierzu müssen selbstverständlich die jeweiligen Joomla Sprachdateien installiert sein. Wenn das erledigt ist kann man auch schon mit dem Eingeben der Übersetzungen starten.
Ich will hier mal kurz beschreiben wie das bei Beiträgen, Beriechen und Kategorien sowie bei Menüpunkten funktioniert.
Beiträge
Direkt im Beitrag gibt es zwei Möglichkeiten Übersetzungen einzugeben. Einmal über die Auswahl der Sprache in einem Dropdown in der Status-Bar oder über einen Editor Button, der den Originaltext und die Übersetzung nebeneinander in einem Joomla üblichen Modal Popup öffnet.
Bereiche / Kategorien und Menüpunkte
Bereiche, Kategorien und Menüpunkte können über die Sprachauswahl in einem Dropdown in der Status-Bar übersetzt werden. Das funktioniert sowohl in der tabellarischen Auflistung der jeweiligen Punkte, als auch direkt im Bearbeitungsmodus des Bereichs, der Kategorie oder des Menüpunkts.
Darüber hinaus ist es auch möglich Übersetzungen direkt über das Dashboard der Komponente durchzuführen. Hier erhält man eine tabellarische Auflistung der Inhalte getrennt nach z.B. Beiträge, Bereiche, Kategorien, und Menüpunkte. Diese Option habe ich allerdings sehr wenig genutzt, da ich es praktischer fand, alles direkt dort zu erledigen, wo ich gerade arbeitete.
Nichts desto trotz ist das Dashboard ein Ort, an dem man sich schnell einen Überblick über die Übersetzungstätigkeit verschaffen kann. Gleich beim Aufruf wird eine Übersicht präsentiert, in der man erkennen kann, was zuletzt hinzugefügt oder bearbeitet wurde. Man kann auch sehen, wie viel von der Seite schon übersetzt, offen oder veraltet ist und man sieht, welcher der Übersetzer am fleißigsten war. Für alle, die gerne noch mehr Statistiken haben wollen, ist ein eigener Bereich dafür vorhanden, in dem man sich einige Informationen anzeigen lassen kann. Dafür stehen auch einige Filterfunktionen zur Verfügung.
Wer die Funktionsweise von Joomfish bei der Übersetzbarkeit von anderen Erweiterungen kennt, der weiß, dass hier ohne sogenannte „Content Elements" für die jeweilige Erweiterung gar nichts geht. Bei Nooku Content ist das anders. Hier kann man über das Dashboard ganz einfach die Tabellen aus der Datenbank hinzufügen, die man übersetzen möchte. Die Übersetzung selbst läuft dann analog zu den Bereichen, Kategorien und Menüpunkten. Ein großes PLUS für Nooku Content!!
Während meiner Arbeit an dem Projekt bin ich auf zwei Probleme gestoßen. Das erste war das Zusammenspiel mit dem „Advanced Module Manager" von Peter van Westen. Sobald dieser installiert und aktiviert ist, wird das Dropdown in der Status-Bar nicht mehr angezeigt. Übersetzungen sind somit nicht möglich. Umgehen kann man das Problem, wenn man den Joomla eigenen Modulmanager aufruft. Hierzu einfach im URL am Ende „com_modules" anstatt „com_advancedmodules" eingeben und schon ist das Dropdown zur Sprachauswahl wieder da.
Das zweite Problem liegt bei den Metadaten auf der Startseite. Genauer bei der Metadescription – Im Englischen erscheint diese trotz richtiger Eingabe beim entsprechenden Menüpunkt auf Deutsch. Die Metakeywords hingegen arbeiten einwandfrei. Ich bin deswegen mit Johan über das Support Portal in Kontakt. Sobald sich eine Lösung abzeichnet, werde ich an dieser Stelle nachberichten.
Als Fazit kann ich sagen, dass Nooku Content mehr als nur ein Joomfish Ersatz ist. Das Grundkonzept ist stimmig, es ist kompatibel zu sehr vielen Joomla Erweiterungen und die Bedienung ist einfach. Der einzige Wehrmutstropfen ist der Preis den man dafür bezahlen muss. Der Einstieg liegt hier bei 500.- Euro, was wohl nicht bei jedem Projekt drin sein dürfte.
Ich freue mich über Eure Kommentare.


